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Slowakisches Nationaltheater
Slideshow

Ballett

Balet Coppélia - historický plagát

Die Gründung des Slowakischen Nationaltheaters im Jahre 1920 führte zur Entstehung eines selbständigen Ballettensembles. Zugleich aber stellte sich die Frage: Wo findet man die notwendigen Persönlichkeiten. Nach dem Zerfall von Österreich-Ungarn existierte keine heimische Ballettschule, und somit gab es nur eine Möglichkeit: tschechische Tänzer und Choreographen einzuladen und ihre Erfahrungen auszunutzen im Rahmen der neugegründeten Tschechoslowakischen Republik.

Somit begann eine intensive und jahrelange Zusammenarbeit mit tschechischen Künstlern, dazu kamen in den späteren Jahren  immer mehrere slowakische Tänzer. Dieser Prozess wurde formell im Jahre 1961 abgeschlossen mit der Ernennung des slowakischen Choreographen Karol Tóth zum künstlerischen Leiter des Balletts des SND. Die Zusammenarbeit der tschechischen und slowakischen Künstler wurde aber nicht abgebrochen. Die Geschichte des Balletts des SND besteht aus mehreren Zeitabschnitten, die aneinander anknüpfen.

Der Auftakt hängt eng mit der Erschaffung des Ballettensembles zusammen. Václav Kalina, Achille Vascusi und Ella Fuchsová-Lehotská prägen in den Jahren 1920 – 1940 am stärksten das Ensemble.

Das zweite Kapitel umfasst die Jahre 1940 – 45 und ist eng mit dem Namen Maximilián Froman verknüpft.

Das dynamische  dritte Kapitel setzt sich aus zwei Zeit- und Problembereichen  aus und ist zeitlich durch Jahre 1945 – 1960 abgegrenzt. Dabei teilt es sich noch weiter: die Jahre 1945 – 1948 sind eine Übergangsperiode, in der sich das Ballettensemble im Slowakischen Nationaltheater stabilisierte. In den Jahren 1948 – 1960 kam es zu einer intensiven Entwicklung, in der sich die künstlerische Tätigkeit des Balletts des SND voll entfalten konnte. Das Ensemble ging durch mehrere künstlerisch verschiedene Zeitabschnitte durch, von der Wirkung Stanislav Remars über Jozef Zajko und Milan Herényi bis zur Ankunft von Karol Tóth nach seinem Studienabschluss in Moskau im Jahre 1961, die dieses Kapitel symbolisch abschließt.


Das vierte Kapitel umspannt die Jahre 1960 – 1990. Es handelt sich dabei um eine lange und künstlerisch schwere Zeit. Das Ballett des SND wurde von den wechselnden künstlerischen Leitern geprägt: Karol Tóth – Boris Slovák – Karol Tóth – Emil TomᚠBartko, dessen Wirkung bis in die heutige Zeit hinausreicht.


Das fünfte, sofern letzte Kapitel, fängt um das Jahr 1990 an. Es zeichnet sich durch den Aufstieg einer jungen Generation slowakischer Choreographen, wie Igor Holováè, Ján Ïurovèík, Ondrej Šoth und Libor Vaculík, der seine choreographische Karriere in der Slowakei begann, durch eine intensivere Zusammenarbeit mit ausländischen Choreographen und Ballettmeistern, und durch eine internationale Konfrontation der slowakischen Tänzer aus. Zugleich trifft eine neue Generation junger slowakischen und ausländischen Tänzer an, die ihr künstlerisches Potential eben auf der Bühne des SND beweisen können.

 

Einleitung

Prvým umeleckým šéfom Baletu SND bol Václav Kalina, èeský taneèníkDer erste künstlerische Leiter des Balletts des SND war Václav Kalina, ein tschechischer Tänzer, der am 19. Mai 1920 Léo Delibes Stück Coppélia aufführte. Das Ensemble war extrem klein, Amateurschauspieler und Mitglieder des Opernensembles  halfen aus. Die erste Solistin war Eugénia Metznerová und Václav Kalina und Miloš Pokorný  tanzten die Männerrollen. Die zweite Inszenierung war Joseph Bauers Puppenkönigin. In der Spielzeit 1922/23 übernahm die tschechische Tänzerin Marta Aubrechtová die Leitung des Ensembles. Sie führte Coppélia neu auf, und tanzte selber die Rolle der Swanilda. Ada Janíková tanzte die Rolle des  Franz. Zum Ereignis des  Jahres 1923 wurde der Auftritt der berühmten russischen Tänzerin Tamara Karsawinowa mit ihrem Partner Peter Wladymirow am 5. Mai 1923. Václav Kalina und Marta Aubrecht leisteten einen großen Beitrag bei der Gründung des ersten Ballettensembles in der Slowakei

Marta Aubrechtová

In der Spielzeit 1923/24 kommt auf Einladung des Intendanten des SND Oskar Nedbals Achille Viscusi. Seine Tätigkeit trug auf bedeutende Weise zur Stabilisierung des Ensembles zu. Viscusi war zu der Zeit bereits ein erfahrener Tänzer und Choreograph, ein ausgezeichneter Organisator und Pädagoge. Vladimír Vašut fasst sehr treffend zusammen: „… von der Herkunft her ein Italiener, vom Temperament her ein Künstler, vom Leben her ein Weltbummler, vom Herzen her ein Tscheche“. Viscusi wurde Mitbegründer zweier Ballettensembles (nach 12 Jahren in der Führung des Prager Nationaltheaters) – in Ostrava und in Bratislava. Seine acht Jahre in Bratislava hatten eine konsequente Professionalisierung des Ensembles zu Folge. Dabei half ihm die Gründung einer privaten Ballettschule. Er baute die Struktur des Ensembles völlig um, und brachte Tänzer aus Ostrava mit. Somit konnte er ein Repertoire aufbauen, das zwar nicht avantgardistisch war, dafür aber funktionsfähig und effektiv. Es bestand aus Stücken tschechischer Choreographen – Aus Märchen ins Märchen, Ein Märchen von Hans, Prinzessin Hyazintha, Andersen Oskar Nedbals, Slawische Tänze Antonín Dvoøáks (unter dem Titel Ein Jahr auf dem Dorfe), und bedeutenden Ballettstücken wie Schwanensee und Nussknacker von Pyotr I. Tschaikowski, Giselle von Adolph Ch. Adam und Scheherezade von Nikolai Rimski-Korsakow, Léo Delibes´ Sylvia und anderen.

Ella Fuchsová-Lehotská  Achille Viscusi

Durch den tragischen Tod von Oskar Nedbal kommt die Tätigkeit des Italieners Viscusi in Bratislava zu Ende. Als er im Jahre 1931 das Slowakische Nationaltheater verlässt, kommt auf seine Stelle seine Schülerin, die Tänzerin Ella Fuchsová- Lehotská, die an die vorherige künstlerische Orientierung anknüpft. Sie führt Nikotina vn Vitezslav Novák, Strawinskis Feuervogel und Herrn Twardowski von Ludomir Rozycki auf. Dank ihrer Tätigkeit im Ostslowakischen Nationaltheater, wo sie mit ihrem Partner Viktor Jassik im 1924ein Ballettensemble gründete, und in ihrer Ballettschule gehört ihr ein bedeutender Platz in der Geschichte des slowakischen Balletts.

Neben Ella Fuchsová-Lehotská sind Solisten Olga Janatová-Dousová, Ria Astrová, Božena Holoubková, Andìla Køíštková, Alžbeta und Irma Vécsey, Tamar Corpona, Viktor Jassik, Miloš Pokorný, Ivo Richard Stuchlý, Jindøich Jercký, Karel Køeèek und Emerich Gabzdyl zu nennen.

In Kürze knüpfen weitere tschechische Choreographen an diese besonders erfolgreiche Etappe an. In den Jahren 1933 – 35 war es Wladimir Pirnikow, der Alexander Glasunows Raymonda auf die Bühne brachte, dann wieder Ella Fuchsová-Lehotská in den Jahren 1935- 1937 mit. Alexander Tscherepnins Ajanta-Fresken und schließlich, in den Spielzeiten 1937 bis 1940 Bohomil Relský mit Weihnachtstraum und Hochzeit in der Ukraine von Otto Fröhlich. Das Ensemble hatte mehrere neue Solisten in seiner Mitte: Edita Kováèová, Nina Pirnikowa, Vladimir Libovický und andere. Zu Relskýs Zeit zählten seine Ehefrau Mária Chocová, und Ella Velínska, Gréta Schmidtová, Eva Šajová-Teplá und Antonín Landa zu Solisten.

Maximilián Froman  Die Jahre 1940 – 1945 sind eng mit dem Namen des Direktors des Ballettensembles, Maximilián Froman verbunden, einen Vertreter der renommierten russischen Ballettschule und Mitglied des weltberühmten Ensembles Les Ballets Russes Sergei Djagilews, der bereits in Zagreb und Belgrad gewirkt hatte. Froman führte Stücke in der Form auf, in der er sie aus seiner Zeit bei Djagilew kannte, unter anderem Scheherezade, Robert Schumanns Papillons und Alexander Borodins Polowetzer Tänze, Les Sylphides Friedrich Chopins und Tschaikowskis Dornröschen. In slowakischen Erstaufführungen zeigte er Werke des kroatischen Choreographen Kresimir Baranovic Imbrek mit der langen Nase und Das Lebkuchenherz. Zu Fromans Zeiten kamen die junge bulgarische Tänzerin Maria Vasilevova und Bedrich Füssegger zum Ensemble, als auch Alice Illy und Izabella Èernochová

Die Übergangszeit brachte eine praktisch identische Situation mit sich wie zur Gründung des Ballettensembles des SND, obwohl das Theater bereits viel fortgeschrittener war als in seinen Anfängen. In den Jahren 1945 – 1948 stabilisierte sich nicht nur das Ensemble des SND sondern auch das der Staatsoper in Košice. Trotz dieser Tatsache machte sich  ein Mangel an kreativen Persönlichkeiten und Tänzern deutlich sichtbar. Es gab kein organisiertes Schulwesen – mit der Ausnahme der privaten Schule von Ella Fuchsová-Lehotská, die aber den Bedarf kaum decken konnte.

 

Und wieder kamen die tschechischen Ballettpersönlichkeiten zur Hilfe. Vor allem Stanislav Remar und Rudolf Macharovský, die die Tänzer Jitka Mòaèková, Miroslav Kura, Dagmar Ledecká engagierten, als auch Magdalena Pánovová, Galina Basová und Karol Šrom. Dazu kamen auch Tamara Isitschenkowa, Jozef Zajko und die Abolventen der Schule von Ella Fuchsová-Lehotská : Augusta Starostová, Gertrúda Mucksteinová und Katarína Gratzerová.

Nach kurzen  Engagements von Bedøich Füsseberger, Tamar Corpony und einer eher missglückten Wirkung von Jaroslav Häusler und einer zweiten Amtszeit von Ella Fuchsová-Lehotská in der Saison 1945 -1946 übernimmt Rudolf Macharovský die Führung des Ensembles in den Spielzeiten 1946 bis 1948. Macharovský bestärkte die Existenz des Ensembles und führte unter anderem Tschaikowskis Schwanensee und Italienisches Capriccio, Karneval und Scheherezade auf. Und es war im Karneval, in dem der heute schon legendäre Miroslav Kura in der Rolle des Harlekins brillierte. Zur selben Zeit präsentierte sich Kura mit seinem choreographischen Werk  mit einer Aufführung von  Rhapsody in Blue George Gershwins, Ravels Bolero und dem schon damals hochgeschätzten Petruschka von Igor Strawinski, wo Kura dramatisch und technisch in der Titelrolle überzeugte. Mit Macharovskýs Abschied beginnt die  Ära des Stanislav Remar, der als Choreograph in Juni 1947 mit dem Ballett Der dumme Hans debütierte, mit Jozef Zajko in der Titelrolle.

1948 - 1960

Stanislav Remar vl. menom Václav Švadlena, n. 7.10.1914 v Písku

In den Jahren 1948 – 1960 machte das Ballettensemble eine Entwicklung durch, die in zwei Kapitel einzuteilen ist. Die erste Periode wurde vom Stanislav Remar geprägt, dem künstlerischen Leiter in den Jahren 1948 – 1955. Remar  beeinflusste stark die dramaturgische Entwicklung des Ensembles, vor allem mit seinen Aufführungen der ersten slowakischen Ballette des Komponisten Tibor Andrašovan Orpheus und Eurydike am 12. März 1949 und Das Friedenslied am 22. Februar 1950. In tschechoslowakischen Erstaufführungen inszenierte er die großen Balletttableaus Boris Asafiews Die Flammen von Paris und Die Fontäne von Bachschissarai und in slowakischen Erstaufführungen Sergei Prokofjews Aschenputtel und Romeo und Julia.

Gyula Harangozó, nosite¾ Kossuthovej ceny, n. 19.04. 1908 v Budapešti

Zu dieser Zeit gastieren der Vertreter der russischen Schule Alexander Tomski mit Reingold Gliers Stück Der rote Mohn im Jahre 1952 und der Direktor des ungarischen Balletts Gyula Harangozó mit Jenö Kepesseys Das Tüchlein (1955) und der tschechische Choreograph Jiøí Blažek mit Tchaikowskis Nussknacker in 1956 im Ballett des SND.

Remars sieben Spielzeiten im Slowakischen Nationaltheater waren eine besonders fruchtbare Periode in der Geschichte des slowakischen Balletts, die er erfolgreich im Staatsballett Košice fortsetzte. Nach seinem Abgang kam es zur künstlerischen Stagnierung und dramaturgischen Uneinigkeit, sogar einer kleinen Krise des Ensembles. In der Führung standen zuerst  Jozef Zajko (1955 – 1957) und dann Milan Herényi (1957 – 1960), beide frühere Solisten des Ensembles.

Jozef Zajko

Zu positiven Aspekten dieser Periode gehört zweifellos die Etablierung des ersten Theaterchoreographen Jozef Zajko. Er debütierte mit dem Ballett Aus Märchen ins Märchen am 28. Januar 1956 und mit der ersten Aufführung auf den heimischen Bühnen von  Johann Strauss´ Ballett Der Kadettenball nach Ivo Vana Psota und der Inszenierung des slowakischen Balletts von Šimon Jurovský Die Ritterbalade, praktisch dem ersten Stück mit slowakischem Thema, am 10. Juni 1960. Weitere interessante Aufführungen waren die die erste Inszenierung von Prokofjews Ballett Die Steinblume, wieder mit dem gastierenden Alexander R. Tomski. Mit der Ernennung  von Karol Tóth zum künstlerischen Leiter des Ensembles in der Spielzeit 1960/1961 wird dieses Kapitel abgeschlossen. Es kommt zu einer deutlicheren Separation des Ballettensembles von der Oper. Solisten waren Tamara Isitschenko, Galina Basowa, Augusta Herényiová-Starostová, Jarmila Manšingrová, Gertrúda Tašká-Boudová, Jitka Mòaèková, Jozef Zajko, Tibor Beòo, Frantisek Oldøich Bernatík, Milan Herényi, Vladimír Marek, Ladislav Lejko, Peter M. Rapoš und Henrich Volejníèek.

Karol Tóth

Karol Tóths erste Amtszeit als künstlerischer Leiter befestigt vor allem die selbständige Tätigkeit des Balletts. Als Choreograph debütierte Tóth noch als Student des GITIS mit dem Ballett Fadetta zu Léo Delibes´  Musik im Jahre 1958. Marilena Tóthová und Jozef Zajko mitbestimmten das Repertoire. Zu Tóths wichtigeren Inszenierungen gehören unter anderem die tschechoslowakischen Erstaufführungen von Tibor Andrašovans Ikaros, Karol Odstrèils Die neunte Welle und der Pilgerfahrt im Sturm  (ursprünglicher Name Der Weg des Donners) von Abdulfas Karajew, Sergei Prokofjews Skythischer Suite und Ludwig A. Minkus´ Don Quijote. Des Weiteren  waren es slowakische Erstaufführungen: das originelle slowakische Ballett Der Befehl (ursprünglicher Name Hiroshima) zu Musik des Komponisten Viliam Bukovský, Der Diener zwei Herren von Jarmil Burghauser, Schneewittchen und die sieben Zwerge von Zbynìk Vostøák. Und neben ihnen Werke von Strawinski (Das Frühlingserwachen) Manuel de Fallos Die Zauberliebe, Der Amerikaner in Paris George Gershwins, Prokofjews Peter und der Wolf und andere.

 

Marilena Tóthová, r. Preoteasa, vydatá Halászová, n. 21.09. 1935 v Bukurešti

Marilena Tóthovás schuf die Choreographie für die tschecho-slowakiche Erstaufführung von  Schostakowitschs Das Fräulein und der Rowdy und die Tanzsuite, als die slowakische Erstaufführung von  Schostakowitschs Leningrader Symphonie, Johann Strauss´ Straussiana, Rachmaninows Paganini, Charles Gounods Walpurgisnacht, Die Spielzeugtruhe von Claude Debussy usw. Jozef Zajko schuf die Choreographien von Daphnis und Chloe Maurice Ravels, Béla Bartóks Der wunderbare Mandarin, Tschaikowskis Francesco da Rimini und andere.

 

Diese Periode ist eng mit den Namen der hervorragenden Tänzern Augusta Herényová, Žofia Èerveòáková, Florentína Lojeková, Titus Pomšár, Andrej Halász, TomᚠIvan, Ján Ha¾ama und später Jozef Dolinský verbunden. Die Dramaturgie zeichnete sich durch ein ziemlich breites Spektrum aus – von der Weltballettklassik zu russischen Werken, über heimische Choreographien und moderne Titel aus der Weltballettliteratur. Zu Ende der 1960ern kommt es durch den Einfluss der politischen und gesellschaftlichen Situation im Lande zu einer deutlichen Schwächung der künstlerischen Tätigkeit des Ensembles. Mehrere Künstler verlassen das Land. Dazu kommt der schleppende Umbau des historischen Gebäudes.

Boris Slovák

Im Jahre 1973 übernimmt Boris Slovák die Führung und engagiert junge Tänzer. Das Repertoire wurde bedeutend von mehreren heimischen und ausländischen Choreographen geprägt. Boris Slovák inszenierte Michal Vilecs Debütwerk Preludio eroico und eine interessante Version der bekannten Carmina Burana von George Bizet und Rodjon Schtschedrin. Jozef Zajko führte die Fontäne von Bachschissarai, Louis J. F. Hérolds La Fille mal gardée nach Frederick Ashton, Aschenputtel und andere Stücke auf. Pavol Šmok gastierte mit Intimen Briefen zu Musik von Leoš Janáèek und mit Igor Strawinskis Der Feuervogel, der einen politischen Skandal auslöste. Slowakische Stücke wurden von Štefan Nosá¾ (Husaren von Svetozár Straèina) und Ján Gouth (Die Ballade vom Baum) von Milan Novák aufgeführt.

Zwei weitere Gäste kamen mit Inszenierungen aus ihren Heimbühnen. Es waren der ungarische Choreograph Sándor Tóth, der aus dem Repertoire des Ensembles Sophianae aus Pécs Der Abend mit Mahler (es hatte drei Teile: Ballettsymphonie, Schreie und Kreistanz) zu Gustav Mahlers Musik wählte und der tschechische Choreograph Miroslav Kura, der aus dem Prager Nationaltheater eine interessante Interpretation von Romeo und Julia brachte.

Neben diesen Maestros präsentierten sich drei junge slowakische Choreographen, Absolventen der Akademie für Musik und darstellende Künste in Bratislava: Miroslav Stauder mit Jiøí A. Benda´s Pygmalion, Jozef Sabovèík mit Rodjon K. Schtschedrins Anna Karenina und Jozef Dolinský mit Petruschka. Zu Beginn der 1980ern kommt es zu einem weiteren Wechsel auf dem Führungsposten mit der Rückkehr von Karol Tóth. Kurz davor, im Jahre 1979, führt er zum ersten Mal in der Tschechoslowakei  die Ballettfantasie Römische Fontänen von Ottorino Respighi auf.

Unter der Führung von Boris Slovák wurden Modernisierungstendenzen in der Wahl der Bewegungs- und Ausdrucksmittel und in der Regieführung sichtbar. Eine neue, jüngere Generation von Tänzern setzte sich durch, unter ihnen Gabriela  Záhradníková, Danica Pilcová, Viera Zlochová, Michaela Èerná, Eva Šenkýøiková, Zuzana Innemanová, Zoltán Nagy, Jurij P. Plawnik, Peter Dúbravík, Dušan Nebyla und Libor Vaculik.

 

Karol Tóth war künstlerischer Leiter des Ensembles von 1980 bis 1989. Er setzte die Linie seiner früheren Tätigkeit fort. Er bringt auf die Bühne Musikwerke slowakischer Komponisten, die ursprünglich nicht für das Ballettpublikum geschaffen wurden. Die Magische Nacht und Poéme macabre von Eugen Suchoò und Ilja Zeljenkas Zaubersprüche unter dem Namen Das Lebenstriptych,  Soldat und Mutter von Ján Cikker mit der Choreografie von Karol Tóth und Suchoòs Metamorphosen in einer Choreografie von Jozef Dolinský. Nach der Uraufführung in Ostrava wurde im SND Tibor Frešos Ballett Ein Käferchen kam zur Welt in der Choreographie von Jozef Zajko aufgeführt und das erste slowakische Ballett, das von Stanislav Remar stammt – mit dem neuen Titel  Der ewige Orpheus.

Im Vordergrund standen Titel aus der ehemaligen Sowjetunion. Es war vor allem die Uraufführung Kirill W. Moltchanows Drei Karten mit einer Choreographie von Jozef Dolinský, der auch die slowakischen Erstaufführungen von Strawinskis Der verlorene Sohn und Alexander B. Tchaikowskis Der Revisor inszenierte.  Jozef Sabovèík schuf die Choreographie für die tschechoslowakische Erstaufführung eines völlig missglückten Othello von Alexei D. Matschavariani. Weitere Produktionen aus dieser Zeit waren unter anderem die obligatorischen Inszenierungen Die Legende von der Liebe (Jozef Zajko), eine bearbeitete Version des Schwanensees (Karol Tóth) und Nussknacker nach Wasili I. Vainonen, in der deutschen Einstudierung von Eugen Bischoff (Assistentin Ursula Heinrich-Petzold) und der eindrucksvolle Spartacus Aram Chatschaturians in der Einstudierung von Otar M. Dadischkiliani. Zu den gelungenen Aufführungen gehören Karol Tóths Das Frühlingserwachen, die tschechoslowakische Erstaufführung des Glöckners von Notre-Dame Maurice Jarres, eindeutig nach Roland Petit, obwohl sein Name nicht im Theaterheft stand, und die brillante Komposition des Kubaners Iván Tenorio Das Haus der Bernanda Alba zur Musik von Sergio F. Barrosa. Kommerziell erfolgreich aber ohne größere Auswirkung war Johann Strauss´ Die Fledermaus mit einer Choreographie von Karol Tóth. Neben den Gastauftritten von Egon Bischoff, Otar M. Dadischkiliani und Iván Tenorio präsentierten sich zu seinem sechzigsten Geburtstag Miroslav Kura mit der Erstaufführung Bohuslav Martinus Kinderballetts Spalicek (Liederbündel), der Slowene Henrik Neubauermit einer wenig erfolgreichen Aufführung des Teufels im Dorfe von Fraòo Lhotka und Olga Skálová mit Chopiniana.

 

Libor Vaculík, choreograf

Zum Repertoire gehören Grand pas aus dem Ballett Paquita, nach dem Original von Karol Tóth und Jozef Dolinskýs Daphnis und Chloe. Das Ende dieses Zeitabschnitts gehört vier Premieren, die die damalige Situation in ihren extremen Lagen präsentieren. Eine Dramaturgie, die im Dunkeln tappte, die Ausschließung junger Künstler, die solide in Wettbewerben abschnitten, formell bearbeitete „Übertragungen“ origineller Werke, ein Mangel an talentierten Tänzern und das auch im Kontext des Generationswechsels usw. Zwei Inszenierungen schuf Libor Vaculík mit einer Gruppe junger Tänzer. Die erste wurde unter dem Namen Was mir der Mensch erzählt, was dir die Liebe erzählt aufgeführt zur Musik von Antonio Vivaldi, Gustav Mahler, Bohuslav Martinu in einer Choreographie des erwähnten Libor Vaculík, deren auch ein brillanter Tänzer mit einer breiten Stilskala war.

Ein Ereignis war die Aufführung der zweiteiligen Fantasie unter dem Namen Lux et Requiem zweier jungen Choreographen:  Robert Balogh, mit dem ersten Teil, Ekstase der Geister zur Musik von Wolfgang A. Mozart und Ondrej Šoth mit Verdis Requiem. Diese Aufführung war eine starke Kritik des damaligen Status im Slowakischen Nationaltheater.

Die Sinnlosigkeit der Ausschließung junger Künstler wurde durch die anderen zwei Premieren zweier erfahrenen Choreographen  bestätigt – Jozef Dolinský führte Den wunderbaren Mandarin und Miroslav Stauder Jozef B. Foersters Cyrano de Bergerac auf, der ohne Belang und künstlerischen Esprit ausklang. Diesen wiederum hatte die zweite Uraufführung einer Gruppe junger Tänzer unter Leitung von Libor Vaculík, schon in Zusammenhang mit der anstehenden Ankunft von Emil T. Bartko auf den Posten des künstlerischen Leiter des Ensembles.

 

Ein Abend unter dem Namen „V“ wie Vivaldi bestand aus zwei Choreographien die in landesweiten Choreographiewettbewerben siegten (1985, 1988). „V“ wie Vivaldi und Dämmerung (auch Das Spiel der Liebe) und Vladimír Godárs In memorian, mit Dialogen (Liebe, Tod, Et cetera) zur Musik von Gustav Mahler, Joaquin Rodrigo in einer Choreographie von Libor Vaculík, und Diskrepanzen zur Musik von Martin Burlas in einer Choreographie von Igor Holováè.

 

Von 1990 bis heute

Was passierte am Ende der 1980ern im Ballett des SND?

 

Zu Ende des 1980ern – in Mai 1989 – kommt auf den Posten des künstlerischen Leiters des Ensembles der Kritiker und Theoretiker Emil Tomas Bartko. Ambitionen in einem breiten dramaturgischen Spektrum und Bewegungsgrammatik präsentierten in erster Reihe Ondrej Šoth mit zwei Originalstücken Eine seltsame Freude am Leben von Michael Pavlíèek und Das Licht im Dunkeln von Michal Nièík und Libor Vaculík mit seiner Inszenierungen La dame aux camélias mit einer Kollage aus Werken von Franz Liszt und Richard Wagner und bei den Zuschauern besonders beliebten Ballettmusical Schneewitchen und die sieben Rennfahrer auf Václav Patejdls Musik. Weitere Stücke wurden vom Franzosen Bruno Genty inszeniert (Die Worte der Engel auf Musik der Band Tuxedomoon), vom Amerikaner Mark Diamond ( Bachs Magnificat), von Igor Holováè (Quartett für Einen zu Musik von Ilja Zeljenka), dem Schweizer Etienne Grey ( Les Mutants) und einem weiteren Amerikaner, dem ehemaligen Solisten des New York City Ballet Christopher d´ Amboise in Zusammenarbeit mit dem slowakischen Regisseuren Dusan Rapoš (die Ballettphantasie mit einer Antidrogen-Thematik Die Kinder des Titanic).

Eine der weiteren landesweiten Erstaufführungen war eine Bühnenversion des Fernsehballetts Die Hochzeit von Igor Strawinski aus der Schweiz in einer Choreographie von Pavel Šmok, der zugleich als Rehabilitation seiner künstlerischen Tätigkeit im Slowakischen Nationaltheater den Feuervogel aufführte. Ähnlich war auch die Rückkehr der Carmen von Boris SLovák. Von den klassischen  Werken standen  unter anderem Schwanensee in der Einstudierung des gastierenden Pädagogen Rafael G. Awnikjan in der Originalversion des Mariinski Theaters, La fille mal gardée von Louis J. –F. Hérold und Peter L. Hertel, und Don Quijote von Ludwig A. Minkus auf dem Repertoire.

 

In allen drei Stücken, wie auch in der erneuten Aufführung von Nussknacker, konnte das junge Ensemble seine Stärken zeigen. Zur 75. Jahrestag des Slowakischen Nationaltheaters und seines Ballettensembles wurden unterem anderen Miroslav Kuras Adaptation des Karneval, Paganini in der Einstudierung von Jaroslav D. Sech nach Leonid M. Lawrowski und Scheherezade nach Michail M. Fokine in der Einstudierung des legendären Nicholas Beriozoff aufgeführt, als auch Jozef Dolinskýs Coppelia und ein Versuch einer Adaptation der Kindervorstellung Aus Märchen ins Märchen von Igor Holováè und dem Newcomer Ján Durovèík.

 

In einem ähnlich forschenden Geist wurde das Triptych Musica slovaca, Zauberliebe und Frühlingserwachen aufgeführt, das sich an Folkthema anlehnte. Die erste Miniatur von Ilja Zeljenka wurde von einem weiteren Newcomer, Vladimír Marušin einstudiert. Das zweite Stück, das Werk des Komponisten Manuel de Fallo mit einem interessanten Tänzerinnen- Duett und einem Vokal- und Tanzsolo führte Igor Holováè auf. Das dritte, stärkste Stück stammte von Ján Durovèík.

 

Innerhalb von sieben Jahren wuchs eine neue Generation von Tänzern auf, unter ihnen Irina Èierniková, Nora Gallovièová, Ingrid Murèeková-Kaèiaková, Andrea Svobodová, Nikoleta Stehlíková, Jozef Dolinský ml., Jozef Goga, Igor Holováè, Juraj Šiška, Juraj Vasilenko, und Mário Radaèovský, Lývia Hýllová, Michal Zábavík und Roman Lazík, der eine Goldmedaille auf dem Wettbewerb in New York im Jahre 1996 gewann.

 

Diese Periode endete im Jahre 1996 mit der Ernennung zum Leiter des Ensembles von Gabriela Záhradníková (November 1996 – September 1997) und Jozef Sabovèík (September 1997 – Dezember 1999), der ihre Linie fortsetzte. Dem dramaturgischen Konzept fehlte eine einheitliche Strategie, es wurden Stücke wie Grand pas aus dem Ballett Paquita (1997), eine scheinbar moderne und künstlerisch formell aggressive Carmen aufgeführt, dazu das veraltete Stück Andersen (1998) und ein Versuch um ein Monumentalwerk, J. Sabovèíks Spartacus brachte das Ende der zweijährigen Periode 1997 – 1998. Das Ensemble wurde sehr geschwächt.

 

Die Rückkehr von Emil T. Bartko zu Beginn des Jahres 1999 bedeutete zugleich die Rückkehr vieler hervorragender Tänzer und Ballettmeister ins Ballettensemble, unter ihnen I. Holováè, R. Lazík, L. Alpijewa, R. G. Awnikjan und I. Èierniková. Die Dramaturgie schafft Raum für eine breite Skala an Stücken und künstlerischen Aussagen. Von der reinen und orthodoxen Klassik wie Giselle in der Einstudierung von Rafael G. Awnikjan, in dem das Damenensemble eine dominante Rolle spielt, über Nussknacker, und andere Meisterwerke wie die erneut aufgeführte Scheherezade Magnificat, und Die klassische Symphonie bis zu den Tanzvisionen heimischer Schöpfer, wie Ondrej Šoth mit seiner Carmina Burana von Carl Orff und Giuseppe Verdis Requiem und die Miniatur Adagietto zu Gustav Mahlers Musik, und der Debütant Jozef Dolinský Jr., mit der Balletfantasie Ein Wunsch zu Musik von Henry Tóth. Ihnen schloss sich Ján Durovèík an mit einer erneuten Premiere von Frühlingserwachen. Einen ehrwürdigen Abschluss der Feier zum achtzigsten Jubiläum des Ensembles lieferte das stark besetzte Ballettgala der Solisten des Ensembles und ihrer Gäste – Solisten der Ensembles in Budapest, Moskau, Paris, Prag und Wien.

Sergej S. Prokofiev: Romeo a Júlia. Nikoleta Stehlíková (Júlia), Jozef Dolinský (kòaz), Martin Blahuta (Romeo)

Die bisher letzte Etappe in der künstlerischen Existenz des Ballettensembles des Slowakischen Nationaltheaters beginnt mit drei Ballettabenden, die in der ersten Hälfte 2001 auf die Bühne gebracht wurden. Die erste Aufführung – Prokofjews bedeutendstes Ballett Romeo und Julia nach der Choreographie von N. Beriozoff studierten Riccardo Duse und J. Dolinský ein. Maurice Jarres Der Glöckner von Notre Dame wurde in einer starken Choreographie Libor Vaculíks aufgeführt und die dritte Erstaufführung präsentierte das heimische Schaffen, und zwar Tibor Frešos Ein Käferchen wurde geboren in einer neuen Regie und Choreographie von Igor Holováè (in Zusammenarbeit mit dem Librettisten Nikita Slovák) mit einem interessanten Einsatz eines Schauspielers – Erzählers.

Eva Jenèková, Lucia Holeèková, Alena Kršková, Viktória Šimonèíková, Cosmina M. Zaharia sind die neuen Solisten des Ensembles. Zwei große klassische Meisterwerke knüpfen an den neuen künstlerischen Aufschwung an – Dornröschen in der Einstudierung von Bachram M. Juldaschew und J. Dolinský und die slowakische Erstaufführung von Bajadere in der Einstudierung von R. G. Awnikjan und Karin Alawerdjan. Die Uraufführung der Ballettinszenierung Rasputin des Choreographen J. Durovèík und des Komponisten Henrich Leško eröffnet die Ballettbühne des SND auch für andere Originalstücke wie Caligula der Autoren I. Holováè– H. Leško und Spartakus von J. Durovèík. Beide Werke wurden in der Spielzeit 2003/2004 aufgeführt. Dazu kommt die slowakische Erstaufführung des modern gehaltenen Stücks Bela Bartoks Der Holzprinz in einer visuell und inhaltlich provokativen Choreographie des gastierenden ungarischen Choreographen Tamás Juronics (Premiere: 6. November 2003) im Rahmen eines Opern-Ballett-Abends zusammen mit König Blaubarts Burg.

Eine neue Generation von Solisten konnte das Ensemble weiter stärken – unter ihnen Veronika Henschová, Eva Petráková, Nina Poláková, Martin Blahuta, Jaroslav Èernuška, Andrej Kremz, Roman Novitzky aus der Slowakei als auch Tomoko Nomura, Sandra Mühlbauer-Peron, Marina Zheleznyakova, Adrian Ducin.

Zum wichtigen, und ein wenig vergessenem und vor allem tabuisierten Kapitel gehören die Auftritte der Tänzer des Balletts des SND im Ausland. Ich möchte vor allem zwei Tänzer erwähnen, die eine große Anerkennung auf der internationalen Szene fanden. Es sind Titus Pomšár (1939) und Ján Šprlák-Puk (1943 – 1993).

 

T. Pomšár war in den Jahren 1955 – 1966 Solist des Balletts des SND, in den Jahren 1966 – 1974 Solist des Balletts der Opéra Municipale Marseille, als Partner der berühmten Tänzerin Liane Daydé, und nach der Beendung seiner Tanzkarriere Pädagoge und Ballettmeister des Grand Ballet Classique de France. Zugleich wurde er Mitbegründer des Ballet Theatre beim Centre Culturel de Marseille und sein Pädagoge, zusammen mit seiner Ehefrau Elena Pomšárová, geboren Rapošová.

Der technisch besonders begabte J. Šprlák-Puk wirkte zuerst in SLUK (1957 – 1960), Ballett des SND (1960 – 1962), Brno (1964 – 1980), davon in der Saison 1967/ 1968 als premier danseur der Opéra Municipale in Marseille. Später, in den Jahren 1970 – 1975 trat er als Solist der Stadttheater in Basel und Bern auf, seit 1980 wirkte er permanent in der Schweiz. J. Šprlák-Puk kam tragisch bei einem Autounfall in Frankreich ums Leben.

Es gibt andere Tänzer, die kurz- oder langfristig in ausländischen Ballettensembles auftraten, wie Milan Hatala (Ballett der Staatsoper, Wien), Peter M. Rapoš in Deutschland (Düsseldorf, Mannheim), René Slezák in Österreich und aus der jüngeren Generation Mário Radaèovský im Nederlands Tans Theater und in Les Grands Ballets Canadiens in Montreal. Roman Lazík und seit der Spielzeit 2003/2004 auch Martin Blahuta sind  im Ballett der Münchner Staatsoper.

Tänzer, die in tschechischen Theatern wirkten, sind auch zu nennen – unter ihnen Jarmila Manšingrová-Kúrová, Katarína Gratzerová, Juraj Dubovec, Bedøich Füssegger und v. a.

 

© 2005 Emil T. Bartko

Eintrittskarten

Programm

SchauspielOperBallett

Dienstag, 6. 12. 2016, 19:30
Modrý salón

Mittwoch, 7. 12. 2016, 19:00
Roald Dahl
Das Appartement im hotel Bristol

Mittwoch, 7. 12. 2016, 19:30
Georg Büchner
Friede den Hütten! Krieg den Palästen!