Das Kabarett Normalisierung oder ein Gebet für Marta

Matúš Bachynec

Das Kabarett Normalisierung oder ein Gebet für Marta

Schauspiel

Ein dramatischer Text aus der Dramaturgielinie von Schauspielstücken über kontroverse Themen, die dem Zuschauer auf den Leib geschrieben werden.

Neues Gebäude, Studio
26. 2. 2019 19:00 h - 20:40 h

Vorstellungsplan

Samstag 23. 3. 2019
19:30 h 21:10 h
gestrichen
Mittwoch 10. 4. 2019
19:00 h 20:40 h
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Mittwoch 24. 4. 2019
19:30 h 21:10 h
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Sonntag 12. 5. 2019
19:30 h 21:10 h
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Freitag 24. 5. 2019
19:30 h 21:10 h
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Marta Kubišová – eine Sängerin, die eine Revolution beginnen musste, um wieder singen zu können.

In der Kammerinszenierung inspiriert vom Leben und Werk von Marta Kubišová entsteht das Bild über eine kontroverse Zeit und schwierige Schicksale von Künstlern, die den Mut hatten sich gegen das Regime zu stellen.

Marta Kubišová war in den sechziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts Mitglied des populären Gesangstrios Golden Kids zusammen mit Helena Vondráčková und Václav Neckář. Sie gewann dreimal die Zuschauerabstimmung Zlatý slávik. Die Blitzkarriere der Golden Kids wurden von harten Normalisierungsmaßnahmen unterbrochen. Wegen einer gefälschten pornographischen Fotomontage verbot die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei Kubišová die Ausübung der künstlerischen Tätigkeit. Auf die Rückkehr zu ihrer Gesangkarriere musste sie fast zwanzig Jahre warten. Während der Zeit des Gesangsverbots arbeitete sie in einer Fabrik, in der Verpackungen für Spielzeug hergestellt wurden und im Siedlungsbau. Während der ganzen Zeit musste sie der systematischen Schikane seitens der Regierung trotzen. Abgesehen davon musste sie mit mehreren persönlichen Traumen fertig werden. Sie überlebte den klinischen Tod, erlitt eine Fehlgeburt, ihr erster Ehemann emigrierte in die USA... Und trotzdem hatte sie genug innere Kraft, um an ihren Überzeugungen festzuhalten und sie lehnte sich ständig gegen das Regime auf. 1977 wurde sie zur Signatarin und Sprecherin der Charta 77 was zur weiteren, erhöhten Beobachtung seitens der Staatssicherheit führte. Nach langer Gesangspause trat sie am 1. Dezember 1988 bei der Demonstration zum 40. Jubiläum der Erklärung der Menschenrechte und am 21. November 1989 während der Samtenen Revolution vom Balkon des Verlagshauses Melantrich auf dem Wenzelsplatz auf, wo sie das Lied Ein Gebet für Marta und die tschechoslowakische Hymne sang. Gerade das Lied Ein Gebet für Marta wurde zu einem der Symbole des Widerstands des tschechischen Volks gegen den Einmarsch der sowjetischen Armee.

Marta Kubišová ist eine der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten unserer jüngsten Geschichte. Ihre Ausdauer und Unbeugsamkeit verdienen auch heute große Anerkennung und Bewunderung. Die Inszenierung, gewidmet Kubišovás Vermächtnis, ist nicht nur ein politisches Kabarett, sondern insbesondere die Geschichte einer Frau, die mit ihrem festen Charakter Generationen von Künstlern und von allen diejenigen inspiriert, die keine Angst haben zu ihrer Meinung zu stehen.

Während der Vorstellung wird auf der Bühne geraucht.

Regie: Matúš Bachynec
Dramaturgie: Miriam Kičiňová, Lucia Mihálová

Bühnenbild und Kostüme: Ján Husár
Choreographische Zusammenarbeit: Juraj Letenay

Musik Arrangement: Daniel Žulčák

Besetzung:
Monika Potokárová
Silvia Holečková,
a. h.
Daniel Žulčák, a. h.

Vorstellungsdauer: 1 Stunde 40 Minuten ohne Pause

Inszenierungsteam

Inszenierung Matúš Bachynec
Bühne und Kostüme Ján Husár
Choreographische Mitarbeit Juraj Letenay
Hudobný aranžmán Daniel Žulčák (als Gast)

Besetzung